{Norwegen}

Sonntag, 8.08.2010 {'Wetter} Tagesziel: Kiel 426 km

Morgens um 7:00 Uhr starten wir in Lippstadt. Auf der Autobahn geht es bis kurz hinter Hamburg zu unseren Freunden Ivo und Carola. Dort gibt es ein leckeres Frühstück und wir verbringen ein paar nette Stunden zusammen. Die Kinder sorgen für Kurzweil und Beschäftigung. Kurz nach vier brechen wir auf nach Kiel zum Skandinavienkai. Wir können gleich auf der Stena Line einchecken. Da es trocken bleibt, lässt es sich auf dem Sonnendeck mit mitgebrachten Brötchen und einem schwedischen Öl gut aushalten.

Montag, 09.08.2010 {Wetter} Tagesziel: Kirkenaer 390 km

Auf der Fähre gönnen wir uns nach einer ruhigen Überfahrt das Frühstücksbüfett, wer weiß, wann wir wieder so vielseitig schlemmen können! Um 9:00 legen wir in Göteborg an und fahren die E6 bis Uddevalla. Dann geht es aber auf kleinen Straßen durch Dalsland. Wie wir von früheren Reisen wissen, findet sich hier eine herrliche Seenlandschaft. Kurz vor Kongsvinger errreichen wir die norwegische Grenze, fahren aber noch ein paar Kilometer weiter bis Kirkenaer. Hier haben wir unsere erste Begegnung mit einer Campinghütte. Es ist eine 4-Bett Hütte mit kaltem Wasser, Küchenausstattung und Bettzeug, das ganze für 400 NOK's. Dazu saubere Sanitäranlagen. Ein wirklich gutes Preis-/Leistungsverhältnis, wie wir im Laufe der Reise feststellen sollten! Den Abend verbringen wir vor der Hütte und genießen die letzten Sonnenstrahlen.

Dalsland Dalsland Hütte in Kirkenaer In der Hütte
Dienstag, 10.08.2010 {'Wetter} Tagesziel: Røros 335 km

Wir stehen gegen 7:00 Uhr auf, was dann auch so unsere "normale" Aufstehzeit für diesen Urlaub wird. Nach dem Frühstück wird gepackt und die Hütte geputzt. Das wird auch schnell zur täglichen Routine, Volker kümmert sich um die Mopeds und das Gepäck, ich mich um die Hütte.
Dann geht es weiter Richtung Norden. Eine sehr schöne Strecke führt durch den Femundsmarka Nationalpark am Femundsee entlang. Hier machen wir mittags auch unser Picknick, zum Glück scheint gerade die Sonne. In dieser Gegend befindet sich das südlichste Reservat der Samen mit einer Herde von 3000 halbwilden Rentieren, die wir auch zur Sicht bekommen. Auf diesem Teilabschnitt lernen wir, dass in Norwegen nicht nur die Rentiere und Schafe sondern auch Rinder und Kühe auf den Straßen auftauchen und "Vorfahrt" haben. Sie lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen.
In Røros angekommen, suchen wir uns eine Campinghütte und machen anschließend einen Stadtrundgang. Wir schauen uns die alten Bergmannskaten an, die Smelthytta und die Abraumhalden.
Anschließend landen wir in einem netten Pub, wo wir in diesem Urlaub erstmals wieder Bekanntschaft mit den norwegischen Preisen machen. Gerichte wie Pizza, Hamburgerteller oder Nudeln kosten um die 140 NOK's, etwa 18 Euro.
Abends sitzen wir vor unserer Hütte und erleben einen schönen Sonnenuntergang. Diese Hütte ist schon weniger luxuriös, kein Wasser, kein Geschirr, kein Bettzeug, dafür dann aber teurer als die letzte!

Femundsmarka Mittagspause Røros Røros
Mittwoch, 11.08.2010 {Wetter} Tagesziel: Namsos 372 km

Auf der kleinen Straße 707 geht es heute morgen weiter Richtung Norden. Diese Straße führt durch eine tolle Fjelllandschaft mit zahlreichen Seen. Der höchste Punkt liegt mit 920 Metern am See Riasten. Die Strecke ist mindestens genauso schön wie der gestrige Abschnitt, vielleicht noch ein bißchen spektakulärer (aber das werden wir in Zukunft auch öfter sagen). Dann kommt für ein kurzes Stück die Ernüchterung: Wir müssen auf der vielbefahrenen E6 bis Steinkjer. Dort erreichen wir dann endlich eines unserer ersehnten Ziele, die RV17, den Kystriksveien! Diese 685 km lange Reichsstraße führt von Steinkjer bis Bodø und soll eine der schönsten Routen in Norwegen sein. Wir wollen das in vier Tagen selbst überprüfen! Die ersten 77 Kilometer bis Namsos gehen durch eine nette Waldlandschaft, dem Meer ist man hier noch nicht so nah.
Der Campingplatz in Namsos ist sehr schön und hat einen eigenen Badesee. Die Hütte hat auch einen sehr guten Standard.

Auf der 707 Auf der 707 Auf der 707 Hütte in Namsos
Donnerstag, 12.08.2010 {'Wetter} Tagesziel: Torghatten bei Brønnøysund 243 km

Jetzt kommen wir zur ersten Fähre auf der RV17. Von Holm geht es nach Vennesund. Ab Mitte August ist die Hochsaison vorbei, die Fähren fahren nicht mehr so häufig wie noch im Juli.

Die RV 17 führt fast immer am Wasser entlang. Auf der einen Seite hat man das glasklare Wasser der Fjorde im Blick, auf der anderen Seite faszinierende Bergketten und unberührte Natur.

Das Städtchen Brønnøysund liegt inmitten des Inselgewirrs mit einem herrlichen Panoramablick auf die Schären. Wir biegen aber auf die kleine Straße nach Torghatten ab. Diese Straße ist so toll und bietet so schöne Ausblicke, dass wir sie abends gleich noch mal fahren um in Ruhe Fotos machen zu können. Auf dem Campingplatz Torghatten gibt es keine freien Hütten, daher nehmen wir dort ein Familienzimmer. Unser Mittagspicknick machen wir an der Badestelle des Campingplatzes, im schönsten Sonnenschein und mit Blick aufs Meer.

Am späten Nachmittag wandern wir dann zum berühmten Torghatten. Dies ist ein kurioser Berg, der ein gewaltiges, 20 m breites, 35 hohes und 160 m langes Loch besitzt. Der Weg dauert nur 20 Minuten, geht aber steil bergauf über Geröll und Felsblöcke, halt typisch norwegisch.
Oben angekommen stehen wir unter dem Loch und genießen die herrliche Aussicht auf das Meer und vor allem die einmalige Ruhe. Die Anstrengung hat sich gelohnt!

In diesem Urlaub überschreiten wir übrigens mit beiden Motorrädern die 100.000 km Grenze! Und auch diese Tour schaffen die Mopeds locker, bisher gab es noch nie größere Probleme.

RV17 RV17 Fotostopp RV17
100.000 km voll! An der Straße nach Torghatten An der Straße nach Torghatten An der Straße nach Torghatten
An der Straße nach Torghatten Camping Torghatten Torghatten Blick vom Torghatten
Freitag, 13.08.2010 {Wetter} Tagesziel: Kilboghamn 215 km

Da wir heute nacht ein Zimmer hatten, gibt es jetzt auch das Frühstücksbüfett dazu. Ist mal etwas anderes, als immer nur Lompar mit Nutella oder Marmelade!

Heute liegt gleich dreimal eine Fährfahrt auf unserem Weg. Zuerst kommt die kurze Fähre von Horn nach Anddalsvåg. Nach nur 17 Kilometern gelangen wir zur zweiten Fähre von Forvik nach Tjøtta. Diese Überfahrt dauert 60 Minuten.

Alstahaug durchfahren wir im Eiltempo. Nicht mal bei der imposanten 1000 Meter langen Helgelandsbrua bei Sandnessjøen machen wir einen Fotostopp. Trotzdem fährt uns die nächste Fähre von Levang nach Nesna vor der Nase weg (anders als dem netten norwegischen Bikerpaar, das es mit den Tempolimits nicht so genau genommen hat). So warten wir über eine Stunde am Fähranleger auf die nächste Überfahrt. Im Laufe der Tour werden wir noch oft und lange an Fähranlegern warten! Aber wir haben Urlaub und zum Glück regnet es in diesen Wartephasen selten. So suchen wir uns immer ein gemütliches Plätzchen zum Lesen. Das Buch ist immer griffbereit im Tankrucksack!

Die Fahrt von Nesna nach Kilboghamn erfolgt im totalen Nebel, die Sicht ist gleich NULL. Erst über dem Fransvikfjell in 350 Meter Höhe scheint die Sonne und der Nebel liegt unter uns. Leider verdeckt er auch den Blick auf die tiefen Fjorde, die wir unter dem Nebel vermuten.

Auf dem Campingplatz in Kilboghamn leisten wir uns heute mal eine Wohnung mit Dusche und WC. Abends gibt es Miracoli, alle freien Ecken in unseren Packtaschen hatten wir vor der Abreise mit Verpflegung vollgestopft!

Am Fähranleger Horn RV17 Nebel auf dem Fransvikfjell Nebel auf dem Fransvikfjell
Samstag, 14.08.2010 {'Wetter} Tagesziel: Mevik bei Ørnes 117 km

Heute morgen haben wir viel Zeit. Es sind nur drei Kilometer bis zum nächsten Fähranleger und die Fähre geht erst um 11:15. So verbringen wir noch ein paar Stunden auf dem Balkon unserer Wohnung, zumal die Sonne scheint.

Die Überfahrt von Kilboghamn nach Jektvik dauert 60 Minuten. Dabei überqueren wir den Polarkreis. Angeblich soll gerade diese Fährfahrt ein ganz tolles Panorama bieten, aber gleich zu Beginn setzt ein Dauerregen ein. Nach dem Anlegen und weiteren 28 Kilometern geht es auf die Fähre von Ågskaret nach Forøy.

Ab hier führt die RV17 durch mehrere Tunnel, unter anderem durch den 7 km langen Svartistunneln. Bei Regen sind die Tunnel ja eigentlich gar nicht schlecht, aber es wird im Tunnel so richtig kalt. So kalt, dass bei der Ausfahrt sofort alles beschlägt: das Motorrad, die Spiegel, das Visier und die Brille! Der Svartisengletscher ist von der Straße aus zu sehen, normalerweise! Jetzt im Regen wird die Sicht aber stark eingeschränkt.

Unsere Motorradbekleidung erweist sich als 100% regendicht. Alles, bis auf meine relativ neuen Schuhe! Sehr unangenehm.

Wir haben heute keine Lust mehr und suchen uns schon am frühen Nachmittag eine Hütte. Sie ist klein und eng. Die Wiesen nass und die Sanitäranlagen unter aller Kritik... Wenn es kommt, dann eben auch alles zusammen.

Wir verbringen den ganzen Abend in der Hütte mit Lesen und Musik hören. Eine Heizofen ist zum Glück vorhanden, nacheinander werden alle nassen Sachen getrocknet. Meine Schuhe behandele ich mit unserem Reisefön. Immerhin kommt er so mal zum Einsatz, zum Haaretrocknen haben wir ihn kein einziges Mal gebraucht!

Polarkreis Svartisen Gletscher Hütte in Mevik Camping Mevik
Sonntag, 15.08.2010 {Wetter} Tagesziel: Lofoten, Brustranda Camping 132 km

Nach einer verregneten Nacht geht es am heutigen Morgen weiter zu dem Highlight unserer Tour! Wir fahren das letzte Stück der RV17, wobei wir den Saltstraumen, den stärksten Gezeitenstrom der Welt überqueren. Beim Fotostopp ist es sogar wieder trocken. Kurz vor Mittag sind wir schon in Bodø. Wir machen einen kurzen Rundgang durch die City, schauen den Hafen an und verziehen uns dann in ein nettes Bistro. Dort gönnen wir uns etwas Warmes zu Mittag. So bis 12 Uhr ist alles ziemlich tot, erst dann kommt Leben in die Stadt. Ab 15:00 werden wir per Aufzug auf die Hurtigrute verladen. Im Gegensatz zu vor fünf Jahren sind wir diesmal auf einem der moderneren Schiffe. Die gesamte vierstündige Überfahrt nach Stamsund verbringen wir auf dem zum Glück überdachten Sonnendeck, denn kurz nach dem Ablegen fängt es wieder an zu regnen. Dann sind wir endlich da! Auf den Lofoten, einem der schönsten Flecken Erde, die wir bisher kennengelernt haben! Mein Reiseführer sagt, die Inselgruppe der Lofoten ist eine der imposantesten Landschaftsformen Europas. Finde ich auch! Das Wetter wird auch sofort besser. Unsere schon im Winter gebuchte Hütte auf dem Brustranda Campingplatz an der 815 ist super. Geräumig, sauber, gut ausgestattet und tolle Lage direkt am Wasser.

RV17 RV17 Saltstraumen Saltstraumen
Hurtigrute Blick auf Bodø Auf der Hurtigrute Auf der Hurtigrute
Montag, 16.08.2010 {'Wetter} Tagesziel: Lofoten 253 km

Die nächsten Tage sind Erholung und Entspannung pur. Als wir um 8:00 aufstehen, strahlt die Sonne in unsere Hütte. Blauer Himmel und keine Wolke ist zu sehen. Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Leknes, wo wir uns mit einer aktuellen Lofotenlandkarte, sowie Postkarten und Briefmarken eindecken.

Für heute steht eine Tour über die Inseln Vestvågøy, Flakstadøy und Moskenesøy auf dem Programm. Wir fahren hier fast jede Straße, die von der E10 abzweigt. An der Stichstraße 818 nach Ballstad schauen wir uns die schöne Kirche in Buksnes an. Diese Straße, wie auch viele andere, wird irgendwann unbefestigt und führt weiter entlang einer abwechslungsreichen Küstenlinie. Hinter jeder Kurve gibt es einen tollen Ausblick, die Ruhe und Einsamkeit ist einfach herrlich.

Die E10 endet in Å, dem südlichsten Ort der Lofoten. Nach einem Bummel machen wir auf der Kaimauer unsere Mittagsrast. Am Nachmittag fahren wir noch einige unbefestigte Straßen, immer am Meer entlang. Dann steht der "Großeinkauf" für die nächsten Tage in Leknes an.

Abends wird gekocht, bevor dann die versprochenen Postkarten geschrieben werden.

Unsere Hütte Camping Brustranda Straße 815 Fotostopp
Blick auf Leknses Kirche in Buksnes Unbefestigte Stichstraße nach Vetting ... mit toller Aussicht
Traumhafte Strände Å Å Å
Reine Reine Immer wieder Brücken Und noch eine Stichstraße
Dienstag, 17.08.2010 {Wetter} Tagesziel: Lofoten 271 km

Unsere heutige Tour geht über die Insel Austvågøy. Wir umrunden die Halbinsel Gimsøy. Am äußeren Ende liegt in toller Landschaft der Lofoten Golfklubb.

Auf der E10 fahren wir bis Fiskebøl, um dann eine Runde an der Küste entlang über Laukvik und Sandsletta zu drehen. In Kabelvåg machen wir auf dem Marktplatz in der Prestenbrygga Kaffeepause. Wir sitzen draußen in der Sonne und genießen einfach nur das herrliche Wetter. Nach einem Abstecher nach Henningsvaer, wo ebenfalls eine superschöne Straße hinführt, beenden wir unsere Tagestour. Die letzten Sonnenstrahlen genießen wir lesend vor unserer Hütte.

An der 815 Gimsøyrunde Bei Lauvik Strand bei Lauvik
Kaffeepause in Kabelvåg ... und Eispause Henningsvaer Vor unserer Hütte
Mittwoch, 18.08.2010 {'Wetter} Tagesziel: Lofoten 177 km

Immer noch scheint die Sonne auf den Lofoten. Heute steht die Insel Vestvågøy auf dem Programm.

Auch hier machen wir viele Abstecher von der E10, so geht es nach Stamsund und Mortsund, wo sich eine größere Rorbuer Hotelanlage befindet. Zum offenen Meer führen die Abstecher nach Unstad und Eggum. In Unstad am Meer machen wir Mittagsrast, auch hier finden wir wieder einen schönen Picknickplatz und können den Surfern (die in dicken Neopren-Anzügen am Start sind) zusehen.

Am Abend genießen wir nochmal so richtig unsere gemütliche Hütte, in den nächsten Tagen geht es wieder spartanischer zu.

Stamsund Stamsund Auf dem Weg nach Mortsund Auf dem Weg nach Mortsund
Mortsund Straße nach Unstad Mittagspause in Unstad Radarruine in Eggum
Donnerstag, 19.08.2010 {Wetter} Tagesziel: Tømmerneset 441 km

Ab jetzt wird wieder früher aufgestanden! Nachdem wir gepackt und die Hütte geputzt haben, brechen wir auf in Richtung Festland. Bis nach Narvik führt die E10. Seit 2007 gibt es den neuen Tunnel zwischen Fiskebøl und Gullesfjordbotn, die LOFAST Verbindung, man gelangt jetzt ohne Fährverbindung auf das Festland.

Die E10 führt fast immer am Fjord entlang mit herrlichen Ausblicken. Kurz vor Narvik machen wir auf einem netten Rastplatz Mittag. Narvik durchfahren wir, auf Städte haben wir keine Lust und einladend sieht die Stadt auch nicht aus. Auf der E6 zwischen Skarberget und Bognes verkehrt eine Fähre, wir müssen 1,5 Stunden auf die nächste Überfahrt warten, weil wir wieder einmal ein paar Minuten zu spät sind (wir sehen die Fähre noch abfahren). Da die Sonne aber scheint, legen wir eine geruhsame Lesepause ein. Dann fahren wir noch ein Stück auf der E6, die auch hier ein herrliches Panorama zu bieten hat. Hinter jeder Kurve ein neues Postkarten Motiv! In Tømmerneset fahren wir einen Campingplatz an.

Auf der E10 nach Narvik An der E10 An der E10 Von den Vesterålen aufs Festland
An der E10 An der E10 Warten am Fähranleger Skarberget 2-Personen Hütte in Tømmerneset
Freitag, 20.08.2010 {'Wetter} Tagesziel: Nesna 410 km

Weiter geht es auf der E6. Dies ist zwar eine Europastraße, hat aber keinerlei Ähnlichkeit mit einer Autobahn oder Bundesstraße. Die Straße ist im Norden teilweise sehr kurvig, da sie an den Fjorden entlang führt. Manchmal ist sie so eng, dass es Ausweichstellen gibt und vor allem herrscht jetzt, Ende August, kaum Verkehr dort.

Beeindruckend ist die Fahrt über das Saltfjell und den Saltfjell Nationalpark. Dort kreuzt man auch den Polarkreis, an dem Infocenter des Polarcirkels legen wir natürlich eine Pause ein.

Kurz vor Mo i Rana probieren wir die Stichstraße zum Svartisdalen aus. Von hier aus kann man per Boot bis zum anderen Ende des Gletschersees übersetzen, von da muß man zu Fuß weiter zur Gletscherzunge. Das letzte Boot für diesen Tag hatte allerdings bereits abgelegt, also verschieben wir das auf einen späteren Urlaub!

In Mo i Rana biegen wir wieder Richtung Küste ab. Wir haben kurzfristig beschlossen, dass wir ein Teilstück der RV17 nochmal fahren, da ja einige Etappen auf der Hinreise verregnet waren. So liegt diesmal kein Nebel über dem Fransvikfjell und wir können den Ausblick auf die tiefen Fjorde in aller Ruhe genießen.

In Nesna befindet sich direkt am Fähranleger ein Campingplatz, auf dem wir uns einquartieren.

An der E6 An der E6 Saltfjell Saltfjell
Saltfjell Saltfjell Polarcirkeln Saltfjell
Samstag, 21.08.2010 {Wetter} Tagesziel: Vennesund 155 km

Gleich um 9:20 nehmen wir die Fähre nach Levang. Diesmal haben wir Zeit für einen Stadtbummel in Sandnessjøen.

Volker hat gestern festgestellt, dass sein Vorderreifen den Urlaub wohl nicht überstehen wird. Aufgrund des groben Straßenbelags hier war er viel schneller abgefahren als erwartet. Was tun? Jeder Campingplatz hat zwar Wireless LAN, aber wir keinen Laptop in unserem Gepäck. Zum Glück hatte der nette junge Mann gestern in Nesna noch den alten Internet PC in der Ecke stehen. Nachdem wir per Internet in Trondheim einen Yamaha Händer ausfindig gemacht haben, hat Volker dort heute angerufen. Er hat Glück, sie haben sogar einen Reifen vorrätig, für Montagmorgen wird gleich ein Termin ausgemacht.

Nach einer gemütlichen Kaffeepause besichtigen wir die Kirche in Alstahaug und das Petter Daas Denkmal.

Iin Tjøtta warten wir, mal wieder, zwei Stunden auf die Fähre, die uns nach Anddalsvåg bringt. Bei schönen Wetter können wir die Überfahrt auf Deck genießen. Bei der nächsten Fährfahrt von Anddalsvåg nach Horn hat dann der Regen wieder eingesetzt.

Der Campingplatz in Vennesund liegt auch direkt am Fähranleger, die Hütte ist gut ausgestattet: Wasser, Bettzeug und Geschirr. Von der Veranda aus können wir abends einen schönen Sonnenuntergang verfolgen.

Fähranleger Nesna Helgelandsbrua Helgelandsbrua Wieder auf der RV17
Kirche von Alstahaug Petter Daas Denkmal Alstahaug Alstahaug
Fährfahrt Tjøtta - Forvik Elchgefahr Sonnenuntergang in Vennesund Sonnenuntergang in Vennesund
Sonntag, 22.08.2010 {'Wetter} Tagesziel: Trondheim 338 km

Schon um 6:30 wird aufgestanden, damit wir die erste Fähre um 8:35 nach Holm nehmen können. Die RV17 führt uns bis Steinkjer, dann erreichen wir wieder die E6. Heute regnet es fast den ganzen Tag. Hier auf der E6 ist schon mehr los, aber da Sonntag ist, sind kaum LKW's unterwegs. Eine der wenigen kurzen Regenpausen nutzen wir für unsere Mittagsrast.

Gegen 15:00 sind wir vor Trondheim und suchen uns eine Hütte. Bei dem Wetter haben wir auch keine Lust, in die Stadt zu fahren. Wir kochen uns Nudeln und verbringen den Abend mit Lesen und Musik hören in der Hütte.

100.000 km Regenpause für Mittagsrast Hütte Vikhammar Camping  
Montag, 23.08.2010 {Wetter} Tagesziel: Åndalsnes 383 km

Heute stehen wir noch früher auf. So sind wir auch pünktlich um 8 Uhr bei dem Yamaha Händler in Trondheim. Alles klappt super, die Leute sind sehr hilfsbereit und nach kaum einer halben Stunde ist der Vorderreifen gewechselt und wir wieder unterwegs. Allerdings auch um das Doppelte ärmer, als wir es zuhause geworden wären!!

Weiter geht es über die E39 nach Kristiansund. Die Stadt ist über eine Kombination von einer schwimmenden Pontonbrücke, einer 1500 m langen Hängebrücke und einerm 5 km langen Unterseetunnel mit dem Festland verbunden. Zwar mautpflichtig, aber schon gigantisch.

Von dort aus geht es weiter zum Atlantikweg, seit kurzem statt mit der Fähre durch einen neuen Unterseetunnel. Der Atlantikweg windet sich von Schäre zu Schäre am offenen Meer entlang. Dort findet unser obligatorischer Fotostopp statt. Wir sind jetzt zum dritten Mal hier! Über Bud und mit der Fähre von Solsnes nach Åfarnes gelangen wir nach Åndalsnes. Hier wohnen wir in der gemütlichen Jugendherberge, die wir auch von früheren Besuchen kennen. An der JH führt eine 5 km lange schöne Joggingstrecke vorbei, diese gehen wir abends gerne spazieren.

Auf der E39 Kristiansund Atlantikweg Atlantikweg
Atlantikweg Atlantikweg Atlantikweg Åndalsnes
Dienstag, 24.08.2010 {'Wetter} Tagesziel: Fagernes 341 km

Nach dem Frühstücksbüfett starten wir zum Trollstigen, laut Reiseführer eine der beeindruckensten Serpentinenstraßen Europas. Um das zu beurteilen, kenne ich zu wenige. Aber der Ausblick von der Aussichtsplattform ist auf jeden Fall beeindruckend! Allerdings ist dort eine Großbaustelle, auch die Plattform ist komplett neu. Wir schaffen es gerade noch, ein paar Fotos zu machen, dann fängt es an zu regnen! Auch wird es jetzt voll, da fünf Busse ihrer Ladung freien Lauf lassen. Die tolle Aussicht wollen eben alle einmal genießen (was wir nachvollziehen können).

Die Abfahrt vom Trollstigen Richtung Geiranger ist toll, schöne Landschaft und schöne Kurven. Nach der Fähre von Eisdal nach Linge geht es zum Ørnevegen, dem Adlerweg. Auch hier gibt es eine neue gut besuchte Aussichtsplattform für den Blick auf den Geirangerfjord.

Der Ort Geiranger ist immer total überlaufen, man hat Probleme, sich durch die Menschenmassen einen fahrbaren Weg zu bahnen. Auf dem Geirangervegen geht es in zahlreichen Serpentinen wieder hoch ins Fjell, jetzt im Dauerregen bei starkem Wind, sehr unangenehm zu fahren. Eigentlich wollten wir über das Sognefjell, aber wegen des Wetters nehmen wir die RV51 über die Valdesflya. Leider sehen wir auch von dieser Panoramastraße nichts.

Auf dem Campingplatz in Fagernes finden wir eine schöne Hütte. Abends hört es auf zu regnen, so dass wir einen kleinen Stadtbummel machen können.

Unsere Hütte in Fagernes Trollstigen Aussichtsplattform Trollstigen Schlucht
Blick vom Adlerweg auf den Geiranger
Blick vom Adlerweg auf den Geirangerfjord Vor dem Geirangerfjord Valdesflya
Mittwoch, 25.08.2010 {Wetter} Tagesziel: Fagernes 333 km

Wir werden wach und die Sonne scheint! Da wir noch einen Tag "übrig" haben, beschließen wir, hier noch eine Nacht zu bleiben.

Jetzt fahren wir nochmal die RV 51, diesmal in die andere Richtung und bei trockenem Wetter und manchmal auch im Sonnenschein. Alles sieht gleich ganz anderes aus. Mich faszinieren diese Fjellüberquerungen. Eine flechtenüberzogene Steinwüste, im Osten endlose karge Weite, im Westen die gigantischen Berggipfel des Jotunheimen, dem "Heim der Riesen" und viele Gebirgsseen. Und immer wieder stehen wunderschöne Hütten in der Landschaft, manchmal ganz einsam und manchmal in Gruppen. Jedem Norweger seine Hütte!

Über die 257 geht es Richtung Osten nach Sjöa mit Besichtigungspause der Stabkirche in Heidal. Weiter über die 255 von Vinstra nach Forset. Ab dort geht es über eine unbefestigte Straße nach Fagernes. Diese Straße führt wieder durch das Fjell und ist recht abenteuerlich. Man muss gut aufpassen, macht aber trotzdem viel Spaß.

Valdesflya Valdesflya Valdesflya An der RV51
An der RV51 Kirche in Heidal Straße 255 Straße 255
Unbefestigte Straße nach Fagernes Unbefestige Straße nach Fagernes Unbefestige Straße nach Fagernes Unbefestige Straße nach Fagernes
Donnerstag, 26.08.2010 {'Wetter} Tagesziel: Skjeberg 375 km

Wir fahren weiter Richtung Süden, bis kurz vor die schwedische Grenze wollen wir heute kommen. Die Strecke am Møjasee entlang ist sehr schön, aber wegen des Regens können wir sie nicht so richtig genießen. Immer wieder gibt es Schauer, dann ist es wieder eine Zeitlang trocken. Irgendwie sind wir schon auf der Heimreise!

Der Campingplatz Høysand in Skjeberg wird unser Quartier für die letzte Nacht in Norwegen. Abends wird es dann doch noch schön. Der Platz liegt direkt am Fjord. Hier erleben wir einen tollen Sonnenuntergang, die Entschädigung für den verregneten Tag!

Abendstimmung Beim Angeln Abendstimmung Sonnenuntergang
Freitag, 27.08.2010 {Wetter} Tagesziel: Göteborg 309 km

Nach ein paar Kilometern sind wir in Schweden. Auf kleinen Straßen schlängeln wir uns durchs Inland. Dann aber machen wir einen Abstecher ans Meer nach Lysekil. Dort essen wir zu Mittag und bestellen ein Dagens rätt. Das Preisniveau erinnert schon wieder an zuhause.

Wie immer, gibt es auch diesmal die Rundfahrt über Orust und Tjörn. In Hällseviksstrand lassen wir uns das letzte Eis schmecken, bevor es zur Fähre nach Göteborg geht.

In der letzten halben Stunde setzt dann nochmal ein richtiges Schauer ein. Durch die Ausschilderung werden wir irgendwie um Göteborg herum zum Hafen geführt. Blöd, dass Volvo's Normalschicht gerade Feierabend hat. Es ist richtig schön voll auf den Straßen und es kommt dann natürlich auch zu kleineren Staus. Nass kommen wir am Fährhafen an und müssen noch zwei Stunden auf die Fähre warten. Leider wird der Wartebereich im Hafen gerade umgebaut, so dass wir im Freien warten dürfen, bis wir endlich einchecken und verladen können. Auf der Fähre hat das Bistro auf dem Sonnendeck heute auch geschlossen, es ist wohl zu nass und kalt. Immerhin erleben wir, nachdem wir uns in einem der Bordrestaurants gestärkt haben, später einen schönen Sonnenuntergang.

Wir verlassen Göteborg! Abendstimmung auf der Stena Line Letzer Sonnenuntergang  
Samstag, 28.08.2010 {'Wetter} Tagesziel: Lippstadt 423 km

Um 9:00 legen wir in Kiel an. Das Frühstückbüfett an Bord brauchen wir heute nicht. Unser erster Weg führt nämlich wieder zu Ivo und Carola, wo uns ein leckeres Frühstück erwartet. Wir bleiben noch ein paar Stunden bei unseren Freunden, hoffen, dass sich der Stau vor dem Elbtunnel so langsam auflöst. Nach Kaffee und selbstgebackenen Pflaumenkuchen machen wir uns dann gegen 16:00 auf den Weg.

Jetzt ist der Stau statt 12 km nur noch 5 km lang. Warum diese Staus entstehen, ist nicht nachvollziehbar! Als wir aus dem Tunnel raus sind, haben wir freie Bahn! Der Regen ist auch schon vorüber gezogen und so kommen wir gegen 20:30 zuhause an. Trocken!

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