Samstag Mittag ist es endlich soweit. Die Motorräder sind beladen, der Urlaub kann beginnen. Am ersten Tag geht es nur bis Henstedt-Ulzburg, wo wir uns bei unseren Freunden Ivo und Carola angemeldet haben. Da die Fähre der Stena Line erst am Sonntag Abend in Kiel ablegt, haben wir noch einen ganzen Tag, den wir mit zusammen verbringen können.

Nach einer etwas unruhigen Überfahrt legen wir am Montag morgen pünktlich um 9:00 in Göteborg an. Runter von der Fähre, suchen wir nach Wegweisern für die Straße 45, den Inlandsväg, der uns bis nach Lappland bringen soll. Und wir werden in den nächsten Tagen feststellen, je weiter wir in den Norden kommen, desto einsamer wird es auf der Straße und desto endloser erscheint die Weite ringsherum. Die erste Schwedenetappe endet in Malung, wo wir die Jugendherberge fast für uns alleine haben. Zuvor haben wir noch einen kleinen Abstecher durch die Seenlandschaft Dalslands gemacht. Der war zwar eigentlich ungewollt, da wir eine Abfahrt verpasst haben, hat uns aber auf herrliche kleine Straßen an einsamen Seen vorbeigeführt. Ein Umweg, der sich auf jeden Fall gelohnt hat!

Am nächsten Tag geht es weiter durch Dalarna nach Jämtland. Die Tanknadel neigt sich immer mehr und um uns herum nur einsame Weite. Nach einigen Kilometern auf Reserve taucht endlich eine Tankstelle am Straßenrand auf. Tiefes Aufatmen! Daraus ziehen wir eine Lehre, in den nächsten Tagen wird wenn möglich zeitiger getankt! Dieser Tag ist auch der letzte, an dem wir unsere Regenhosen auspacken. Jetzt fängt auch in Schweden der Sommer an!

In Östersund sind wir für zwei Tage in einer Jugendherberge, die normalerweise als Studentenwohnheim dient. Das Apartment ist gemütlich und hat zudem eine komplett ausgerüstete Küche, die wir sofort zum Zubreiten unseres Miracoli Menüs benutzen. Am folgenden Tag steht eine Wanderung zum Aussichtsturm auf der Insel Frösö auf dem Programm. Von dort hat man einen tollen Blick auf Östersund, das Fjäll und die Berge Norwegens. Abends entschließen wir uns noch zu einer kleinen Motorradtour um den Storsjö. Über Frösö geht es immer am Ufer des Sees entlang, dann mit kostenlosen Fähren über kleine Inseln auf die andere Seite und wieder zurück nach Östersund. Eine schöne gemütliche Tour!

{Blick vom Frösotornet auf Östersund} {Vildmarksvägen} {Vildmarksvägen}

In Strömsund verlassen wir für zwei Tage den Inlandsväg und machen einen Abstecher ins Fjäll. Auf dem Vildmarksväg gelangen wir nach Gäddede, von da aus weiter zum Stekenjokk. Diese Straße läßt das Bikerherz höher schlagen. Sie führt oft am See entlang, ist sehr kurvig und kaum befahren. Auf dem Stekenjokk müssen wir immer wieder Halt machen, um die herrlichen Aussichten über das schneebedeckte Fjäll zu geniessen. Endlich sind wir in Lappland!
Tagesziel ist das Hotel Fjällfjället im Klimpfjäll. Von dort machen wir am nächsten Tag Ausflüge zum Wasserfall Trappstegsforsen und in das Kirchendorf Fatmomakke. Zweimal im Jahr finden dort heute immer noch Kirchfeste statt. Wenn uns die Mücken bisher auch in Ruhe gelassen haben, hier in diesem Kirchendorf überfallen sie uns in Scharen!

{Endlich in Lappland} {Stekenjokk} {Stekenjokk} {Trappstegsforsen}

Weiter geht es auf dem Vildmarksväg in Richtung Osten, bis wir bei Vilhelmina wieder den Inlandsväg erreichen. In Sorsele besuchen wir das Inlandsbanemuseum, das im alten Bahnhof untergebracht ist. Wir haben Glück, auch die Inlandsbahn läuft gerade in den Bahnhof ein. Die Trasse verläuft parallel zum Inlandsväg, wir haben sie während des Tages bereits einige Male gekreuzt. Auf dem Inlandsväg ist hier im Norden auch mehr Vorsicht geboten, immer wieder sind Rentiere auf der Straße oder am Straßenrand. Tagesziel ist Arvidsjaur, wo es die Holzkaten der Samen im Museum Lappstaden zu besichtigen gibt. Da es Samstagabend ist, ist einiges los in der Stadt. Die Jugend fährt mit ihren aufgemotzten Autos die Hauptstraße hoch und runter und auf dem See werden Rennen auf Wasserskiern ausgetragen.

{Inlandsbana in Sorsele} {Erste Rentiere vor Arvidsjaur} {Lappstaden in Arvidsjaur}

Den Polarkreis bei Jokkmokk überqueren wir bei herrlichstem Wetter, davon hat Volker nicht einmal zu träumen gewagt! Kurz vor Kiruna, hier ist unsere nächste Übernachtung geplant, machen wir einen Abstecher nach Jukkasjärvi. Das Eishotel ist jetzt im Sommer leider geschmolzen, aber die alte Holzkirche können wir uns ansehen. Das samische Zeltlager nebenan besichtigen wir zwar nicht, machen dort aber Pause und unterhalten uns sehr nett mit einem Samen übers Biken und Scooterfahren. Kiruna selber gefällt uns garnicht, daran kann auch die leckere Pizzeria, die wir abends entdecken, nichts mehr ändern.

Die nächste Tagesetappe ist landschaftlich eine der Schönsten in Schweden. Bis zur norwegischen Grenze gibt es immer wieder herrliche Ausblicke auf das Fjäll und die schneebedeckten Berge, rauschende Flüsse und Seen. Hinter der Grenze beginnt die E10, der Kong Olavs Veg, der bis nach Å auf den Lofoten führt. Durch die norwegische Bergwelt geht die Straße stetig bergab, bis sie kurz vor Narvik das Meer erreicht. Unser Ziel ist jedoch Harstad auf den Vesterålen, die wir über die Tjeldsundsbrücke am späten Nachmittag erreichen.

{Volker am Polarkreis} {Holzkirche in Jukkasjärvi} {Lapporten bei Abisko} {Zwischen Kiruna und Abisko}

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