Die Finnmark ist der flächenmäßig größte, aber bevölkerungsärmste Verwaltungsbezirk Norwegens. Er liegt im äußersten Nordosten des Landes hat eine direkte Grenze zu Russland. In der Finnmark leben fast die Hälfte aller norwegischen Samen.

An der Barentssee

Insel Magerøya

Auf der Insel Magerøya liegt das Traumziel vieler Nordlandfahrer, das Nordkap.
Genau liegt es auf 71° 10' 16,5" nördlicher Breite, etwa 2100 km vom Nordpol entfernt.
Von dem 307 m steil abfallenden Felsmassiv hat man freien Blick auf die Mitternachtssonne, sofern kein Nebel herrscht! Das Klima ist hier auch im Sommer meist kalt und stürmisch und die Wolken hängen oft so tief, dass man nicht einmal bis zum Meer hinuntersehen kann.
Da das Nordkap auf einer Insel liegt, ist es nicht wirklich der nördlichste Punkt Europas, wie oft gesagt wird. Der nördlichste Festlandspunkt liegt weiter östlich auf Halbinsel Nordkinn.

Die Nordkaphalbinsel erreicht man seit 1999 durch den 6,8 km langen Nordkaptunnel. Im Sommer 2012 war der Tunnel durch die Einnahmen refinanziert, so dass er seitdem mautfrei ist.
Weiterhin Eintritt kostet jedoch der Zugang zum Nordkapplateau. Hier gibt es die Nordkaphalle mit Aussichtsplattform, einen thailändischen Tempel zur Erinnerung an den Besuch des Königs, eine ökumenische Kapelle, in der auch geheiratet werden kann, das nördlichste Postamt der Welt und natürlich Cafes und Souvenirshops. In einer Multivisionsschau wird die Nordkaphalbinsel in allen vier Jahreszeiten gezeigt. Hier sieht man, was durch den Nebel in der Regel verdeckt bleibt! Am bekanntesten ist aber wahrscheinlich das Modell der Weltkugel, die 1978 aufgestellt wurde.

Der Hauptort der Insel Magerøya ist das 3000 Einwohner große Honningsvåg. Sehenswert ist hier das Nordkapmuseum. Skarsvåg ist der letzte Ort vor dem Nordkap und vielleicht das nördlichste Fischerdorf Europas. Von hier führt ein Kletterpfad zum Kirkeporten, ein wie ein Portal geformter Felsvorsprung, durch den zwischen 0 und 2 Uhr nachts die Mitternachtssonne scheint.
Gjesvær ist ein Fischerort mit malerischem Hafen im Westen der Insel.

 

Nordkinn Halbinsel

Weiter östlich liegt die Nordkinn Halbinsel. Man erreicht sie über den Fylkesväg 888, der in Ilfjord Richtung Norden abzweigt. Die Nordkyn Straße wurde 1989 eröffnet und ist zwischen Bekkarfjord und Hopseidet eine der härtesten Fjellstrecken Norwegens mit starken Winden auch im Sommer und Schneefällen. Die Halbinsel wird durch die etwa 1 km breite Landenge Hopseidet mit dem Festland verbunden. Der höchste Punkt der Insel ist 486 m hoch.

Hier befindet sich der nördlichste Festlandspunkt Europas, der Kinnarodden auf 71° 08’ 01’’ nördlicher Breite. Der Ort kann nur durch eine 2-Tages-Wanderung oder mit dem Schiff erreicht werden.

Die größten Orte auf der Insel sind Mehamn, Kjøllefjord und Gamvik. Der 700 Einwohner große Fischerort Mehamn besitzt eine schöne Jugendherberge, eine Tankstelle und ein Flugfeld, lebenswichtig für die Versorgung der Bevölkerung. Von Mehamn aus werden Trekking- und Snowmobiltouren zur nördlichsten Landzunge Europas angeboten.

In der Nähe von Gamvik liegt der nördlichste Leuchtturm der Welt, das Slettnes Fyr. Auch gibt es hier noch Ruinen der deutschen Befestigungen aus dem 2. Weltkrieg.

Kjøllefjord hat 1400 Einwohner und liegt am gleichnamigen Fjord. Am Eingang des Kjøllefjords steht eine markante Felsformation, die wegen seiner Kirchenform Finnkjerka genannt wird.

 

Varanger Halbinsel

Diese Halbinsel liegt im äußersten Nordosten Norwegens an der Barentssee.
Die großen Orte sind Berlevåg, Båtsfjord und Vardø. Zwei Straßen führen auf die Halbinsel.
Kurz vor Tana bru beginnt der Fylkesväg 890, der 1980 erbaut wurde. Sie endet in Berlevåg auf der Kongsfjellhalbinsel. Die Straße führt über das Kongsfjordfjell, ist ohne Baum und Strauch, mit vielen Felsbrocken und trotzdem von einer bizarren Schönheit. Ab Kongsfjord fährt man immer am Fjord entlang mit einer fantastischen Aussicht auf die Barentssee.

Der Fischerort Berlevåg hat 1000 Einwohner. Die Hafenanlagen wurden immer wieder von schweren Winterstürmen zerstört und sind mittlerweile durch gigantische Tetrapoden geschützt. Sie haben ein Gewicht von 15t und halten auch 10m hohe Wellen ab. In einem kleinen Museum kann man sehen, wie diese Tetrapodenwälle entstanden sind.

9 km westlich von Berlevåg liegt das 269m hohe Tanahorn, auf das ein markierter Wanderweg führt. Dorthin sind früher schon die Samen gewandert um ihre Opfer zu bringen.

Båtsfjord mit seinen 2000 Einwohnern hat die größte Fischereiflotte der Finnmark.

In Varangerbotn zweigt der Fylkesväg 98 nach Vardø ab. Die Straße führt am Nordufer des Varangerfjords entlang über Vadsø bis nach Vardø. Die 2100 Einwohner zählende Stadt liegt auf der kleinen Insel Vardøya und ist nur durch einen unter dem Meer liegenden 2,8 km langen Tunnel erreichbar. Sie gilt als östlichste Stadt Westeuropas und liegt als einzige in der arktischen Klimazone. Die Festung Vardøhus wurde im 14. Jh angelegt und später in eine achteckige Festung umgebaut, die die Finnmark vor russischen Angriffen schützen sollte. Sie wurde nie angegriffen.

 

Kirkenes

Kirkenes mit seinen 4900 Einwohnern liegt ganz im Osten der Finnmark, nur 8 km von der russischen Grenze entfernt. Die Stadt verdankt ihre Existenz dem Erzvorkommen von Bjørnevatn. 1906 wurde mit dem Abbau begonnen, 1996 wurde die offene Eisenerzgrube stillgelegt. Heute ist Dienstleistung der wichtigste Ewerbszweig. Wegen des eisfreien Hafens haben sich hier viele Firmen angesiedelt, die mit Russland Handel treiben. Seit 2000 wurde wieder mit der Erzförderung begonnen.

Über die Straße 886 gelangt man an die russische Grenze am Jakobselv, eine kleine Piste führt den Grenzfluss entlang bis ans Nordmeer. Grense Jakobselv ist eine kleine, verlassene Siedlung an der Barentssee, im Sommer kann man dort manchmal Beluga Wale vom Strand aus beobachten.

Die Straße 885 führt 120 km durch das Pasviktal. Die Grenze nach Russland wurde der Einfachheit halber einfach mitten durch den Fluss Pasvik gezogen. Das abgeschiedene Naturreservat, eingekeilt zwischen Norwegen, Russland und Finnland ist das größte Urwaldgebiet Norwegen.
Dort haben auch Bären heute noch einen Lebensraum.
Von einem Aussichtsturm, dem ehemaligen Wachturm „auf der Höhe 96“, kann man die russische Stadt Nikel mit ihren mächtigen Industrieschloten erkennen.

 

 

Traumstraßen

Rv94  

Hammerfest – Skaidi, Kvalsund

Länge: 59,3 km
Kolonnenverkehr im Winter zwischen Kvalsund und Akkarfjord
Die Kvalsund Brücke ist die nördlichste Hängebrücke der Welt und war die erste dieser Art in Norwegen. Sie wurde 1977 gebaut.

E6  

Alta – Olderfjord – Lakselv – Karasjok – Tana bru – Kirkenes

Länge: 653,7 km
Die Gesamtlänge der E6 von Trelleborg nach Kirkenes beträgt 3120 km!

E75  

Varangerbotn - Vadsø - Vardø

Länge: 120 km
Diese Etappe der E75 führt am Varangerfjord entlang mit herrlichen Aussichten.
Vardø selbst ist nur durch einen 2,8 km Unterwassertunnel zu erreichen.

Die Gesamtlänge der Europastraße 75 von Vardø bis Sitia auf Kreta beträgt 4340 km!

Fv341  

Svartnes (Vardø) - Hamningberg

Länge: 40 km
Wintersperre zwischen Smelror und Hamningberg (November - Mai)
Herrliche Straße in das nur im Sommer bewohnte Fischerddorf Hamningberg.

E69  

Olderfjord – Nordkap

Länge: 129 km
Wintersperre zwischen Skarsvåg und Nordkap (Oktober - April)
Kolonnenverkehr: Veidnes - Hønsa, Nordmannseth – Skipsfjordhøgda – Rundvatnet

Fv98  

Lakselv - Ifjord - Tana

Länge: 210,5 km
Kolonnenverkehr: Børselvfjellet und Ifjordfjellet

Fv888  

Ifjord – Mehamn

Länge: 101,8 km
Kolonnenverkehr zwischen Bekkarfjord und Hopseidet

Fv894  

Rundvatnet - Kjøllefjord

Länge: 22,4 km

Fv890  

Tana bru – Gednjehøgda – Berlevåg

Länge: 135,7 km
Kolonnenverkehr: Kongsfjordfjellet

Das Teilstück Kongsfjord – Berlevåg wird auch Ishavsveien genannt und besticht durch seine freie Aussicht auf die Barentsse.

Fv891  

Gednjehøgda – Båtsfjord

Länge: 31,5 km
Kolonnenverkehr: Båtsfjordfjellet

Fv885  

Hesseng (Kirkenes) – Nyrud

Länge: 97,6 km
Pasviktal

Fv886  

Storskog (Kirkenes) – Grense Jakobselv

Länge: 44,3 km
Unbefestigte Straße zwischen Bjørnstad und Jakobselv
Wintersperre Jarfjordfjellet (November – Mai)

Kolonnenverkehr

Bei extremen Winterverhältnissen darf auf einigen Strecken nur im Kolonnenverkehr gefahren werden. Dann wartet man an einer Schneeschranke bis die schweren Räum- und Begleitfahrzeuge dem Konvoi grünes Licht geben.

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